Wem nutzt es?

Wer meint, in irgendeiner Weise solch einen Vorfall verwenden zu können um eigene Interessen voranzutreiben muss sich vorwerfen lassen, in ekelhafter Weise vom Leid der betroffenen Menschen zu profitieren und damit direkt oder indirekt mitschuldig an deren Tod zu sein. IS und AfD verfolgen die gleichen Ziele, sind Brüder im Geiste – und stecken damit für mich unter einer Decke.

Es kotzt mich an, wie nach einem Vorfall wie am Berliner Breitscheidplatz am Montag wildeste Spekulationen losgehen und von Medien und Politik dankbar aufgegriffen und verstärkt werden. Statt einfach mal die Polizei ihren Job machen zu lassen, wird von tausenden Amateuren jedes reale oder scheinbare Detail auseinander genommen und in zum Teil schon absurder Weise zu Beweisketten zusammengebaut. Und liebe Medien, das wird durch „Wir wollen nicht spekulieren, aber… “ Sätze nicht besser – Im Gegenteil!

Ich habe mir mal kurz die Zeit genommen, selbst wild zu spekulieren, wer oder was am Ende hinter dem Vorfall stehen könnte – einfach um zu zeigen wie irre das eigentlich ist und gleichzeitig geleitet von einer Fragestellung die ich in Fällen der eigenen Unsicherheit gern anwende, um auf rationale Weise Fakten und Vorurteile voneinander zu trennen: Wem nutzt es? Weiterlesen „Wem nutzt es?“

In Trauer

Ich bin traurig. Betroffen. Bewegt. Und trotzt alledem: #FreiheitStattAngst #Breitscheidplatz

Ich bin traurig. Betroffen. Bewegt.

Ich bin froh, dass kein Freund oder Verwandter betroffen ist. Und es mindert die Trauer um die Opfer nicht.

Wir haben immer gewusst, das kann passieren. Die Sicherheitsbehörden sahen es als wahrscheinliches Szenario an. Und es mindert die Betroffenheit nicht.

Ich weiß, jeden Tag sterben überall in der Welt viele Menschen – in Kriegen, an Hunger, durch Verbrechen, an Krankheiten oder einfach „nur“ in Unfällen. Es macht den Wahnsinn eines Anschlags nicht kleiner, weniger bedeutsam. Ja, Leid und sinnlose Opfer gibt es jeden Tag, überall in der Welt. Jeder wache Geist kann nur weitermachen im Streiten für eine bessere, friedlichere Welt. Ohne Hass und Pauschalvorverurteilung.

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Es gibt keine gerechten Kriege. Und Frieden fällt nicht einfach vom Himmel.

Es gibt nicht nur „wahre Friedensfreunde“ und „Kriegstreiber“ ,„Weltfremde Naivlinge“ und „pragmatische Friedensschützer“. Ein ja zur europäischen Armee aus Friedens-Perspektive.

Seit ich denken kann stellte sich immer wieder die Frage „Wie hält es die Linke mit dem Frieden?“. Und immer gewann mensch sehr schnell den Eindruck, es gab da nur „wahre Friedensfreunde“ und „Kriegstreiber“ in den Augen der Einen und „Weltfremde Naivlinge“ und „pragmatische Friedensschützer“ in den Augen der Anderen. Bis heute finde ich mich auf keiner dieser Seiten wirklich wohl denn sie alle denken in Schubladen und Kategorien, die der Herausforderung meiner Meinung nach nicht gerecht werden. Weiterlesen „Es gibt keine gerechten Kriege. Und Frieden fällt nicht einfach vom Himmel.“

Vom Tage: Wandel in zwei Überschriften

Transformation in der Marktwirtschaft ist, wenn Geld wandert.

Manchmal sind Zusammenhänge doch ganz einfach. Und werden wie hier gelegentlich auch noch ungewollt grafisch deutlich gemacht.

Transformation ist, wenn alte Systeme in sich zusammenbrechen, geübte Mechanismen nicht mehr funktionieren. Die dafür Verantwortlichen – selbst wissend, dass Sie die Zeichen der Zeit verpasst haben – tun alles um noch zu retten, was zu retten ist.

Und im Kapitalismus merkt mensch das am deutlichsten, wenn Marktwirtschaft wirklich funktioniert und Kapital wandert. In diesem Fall kann ich nur sagen: Das ist auch gut so und da geht noch viel, viel mehr!

alte_und_neue_energie

Wie mensch auch individuell diesen Wandel unterstützen kann lässt sich übrigens vorzüglich hier nachlesen: http://www.fairnanzen.org/

Ode an mein Amerika

Gäbe es das „echte“ Amerika, es läge in Lanford, Illinois. Eine Horde von Everyday-Americans mit, für die damalige Zeit, im Fernsehen unerhört realistischen Alltagsproblemen: Schlechte Jobs aber nie den Optimismus verlieren. Immer den letzten Dollar dreimal umdrehen müssen und doch nie wirklich in Armut leben.

Mal für eine Minute angenommen, es gäbe das eine Durchschnittsamerika, von dem immer wahlweise mystisch glorifizierend oder verdammend abwertend die Rede ist, es wäre weder im Central Perks zu finden, wo sich die Friends trafen, noch in Miami, wo 4 Goldene Mädchen ihr Unwesen trieben. Es wäre auch nicht im Springfield der kleinen gelben Wesen, die irgendwie einfach nicht älter werden. Es wäre nicht im vollen Haus in San Francisco zu finden. Es wäre nicht die Familie des erfolgreichen schwarzen Arztes mit Haus in New York – so sympathisch die auch waren. Und schon gar nicht wäre dieses Amerika in Südkalifornien zu finden – wo eine ganze Batterie von Schülern immer wieder ihr Unwesen trieb: 90210, Orange County usw.

Gäbe es dieses „echte“ Amerika, es läge in Lanford, Illinois. Eine Horde von Everyday-Americans mit, für die damalige Zeit, im Fernsehen unerhört realistischen Alltagsproblemen: Schlechte Jobs aber nie den Optimismus verlieren. Immer den letzten Dollar dreimal umdrehen müssen und doch nie wirklich in Armut leben. Kinder, die früh lernen, sich um sich selbst zu kümmern und gleichzeitig dann doch sehr behütet aufwachsen.  Eine Familie, die alles andere als zimperlich, fein oder konventionell unterwegs ist und stattdessen ein klares und einfaches Verständnis von echtem Anstand hat – und auch lebt. Und um sie herum eine Stadt, der mensch so exemplarisch beim Niedergang zusehen kann, wie es so viele US-Gemeinden aller Größen in den letzte 30 Jahre erlebt haben, an denen wirtschaftliche Booms, neue Technologien und Reichtum irgendwie immer vorbeigingen und scheinbar nur die Rezessionen auch real spürbar waren. Weiterlesen „Ode an mein Amerika“