Linke, sammelt Euch!?

Absurd, wer gerade über eine linke Sammlungsbewegung fabuliert. Gebraucht wird eine progressive, auf positive Veränderung ausgerichtete Verständigung.

Es ist schon irgendwie absurd, dass jetzt gerade Wagenknecht und Lafontaine über eine linke Sammlungsbewegung fabulieren. Alle Versuche, relevante Kräfte im linksprogressiven Lager zusammenzubringen, wurden doch genau aus dieser Ecke torpediert. Und niemand war bisher schneller, SPD und Grünen immer und sofort Verrat vorzuwerfen – egal, was das aktuelle Thema war. Wer genau soll denn dann bitte gesammelt werden?

Ich bin absolut davon überzeugt, dass es eine Verständigung der politischen Linken und Bündelung der Kräfte dringend braucht, um jemals wieder eine reale Machtoption zu erlangen und Gesellschaft positiv weiterzuentwickeln. Realistisch geht das nur, wenn die Heterogenität der Strömungen akzeptiert und aktiv gelebt wird – im Sinne eines konstruktiven Dialogs statt ständiger Rechthaberei.

Und es macht – aus meiner Sicht – nur Sinn, wenn diese Verständigung auf der Basis progressiver Werte stattfindet: Solidarität mit allen Benachteiligten und Überwindung jeweiliger Formen der Diskriminierung – Armut, Geschlecht, Sexualität, Herkunft etc. – statt gegenseitiges Ausspielen. Internationale Verständigung und Integration statt nationaler Abschottung. Selbstbestimmte individuelle Entfaltung innerhalb eines funktionierenden, solidarischen Gemeinwesens. Eine der Gemeinschaft dienende Ökonomie, die Ressourcen, Umwelt und Gesundheit maximal schont und nachhaltige Lebensweisen fördert.

Deshalb sind für mich der schon etwas ältere Diskussionsbeitrag von Antje Vollmer sowie die Arbeit des Instituts Solidarische Moderne viel eher Basis und Ausblick als alles, was aus der Linken derzeit als „strategisch-taktische“ Gedankenspiele zu vernehmen ist.