Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte

Wer Geschichte ignoriert und nicht aus ihr lernt ist immer wieder zu den gleichen Fehlern verdammt. Keine neue Weisheit und doch heute um so relevanter.
#NieWieder #VonGeschichteLernen #911 #September11

Der 11. September ist einer dieser Tage im Jahr, in dem Weltgeschichte (hoffentlich) immer präsent sein wird und zeigt, wie scheinbar lokale Ereignisse das Geschehen aller beeinflussen. Putsch in Chile 1973 und Beseitigung einer frei gewählten sozialistischen Regierung durch Faschisten mit Unterstützung der CIA. Terroranschläge auf World Trade Center & Pentagon 2001 durch radikale Islamisten. Für eine komplette Liste aller Ereignisse einfach Wikipedia fragen!

Ein guter Tag – Danke #Chemnitz

Wer die Diskussionen um das Konzert in #Chemnitz verfolgt weiss genau, weshalb es genau richtig ist. #WirSindMehr #AlertaAntifascista

Der rechte Mob tobt auch heute. Nicht in Chemnitz – hier dürfen sie nicht auf die Straße – und müssten sich wohl auch der Übermacht der von ihnen so verhassten Gutmenschen geschlagen geben. Aber im Internet, da sind sie aktiv wie selten – hetzten gegen ein Konzert als gäbe es kein Morgen mehr. Habt Ihr wirklich Angst vor ein paar linksgrünversifften Musikern? Schön!

Wer die Kommentare der Trolle bei so ziemlich allen berichtenden Medien liest, weiss vor allem Eines: #WirSindMehr war mehr als überfällig. Es tut ihnen weh, so massiv Gegenwind zu bekommen und das ist auch gut so. Und das sich CDU und FDP nicht zu doof sind, in den Chor von „Blöd“-Zeitung und Co. einzustimmen ist traurig und doch wenig überraschend – Haken dran.

Etwas irritierender dann schon, dass es auch von „linker Seite“ rumgemosert wird. Kommerz, Feelgood, „naive Auswärtige“ die danach wieder verschwinden – auch in Teilen der Linken gibt es weiterhin scheinbar den Glauben, mensch muss sich erst einmal dafür qualifizieren, ein „echter Antifa“ zu sein.

Künstlern wie Kraftklub oder Trettmann, die selbst aus Karl-Chemnitz-Stadt kommen, zu unterstellen, sie wüssten nicht, was vor Ort vorgeht ist einfach nur absurd. Alle auftretenden Künstler beziehen seit vielen Jahren aktiv und unmissverständlich Position gegen die braune Pest – und mussten sich dafür schon viel zu oft selbst anfeinden lassen.

Es tut gut, zu sehen, wie so viele Menschen mit guter Laune positive Botschaften zum besten geben, das Leben und die Vielfalt feiern – und sich genau damit gegenseitig bestärken. Wer allen Ernstes „Partytourismus“ unterstellt, verkennt absichtlich, dass die allermeisten der Teilnehmer sehr bewusst angereist sind – dass diese Menschen jeden Tag aktiv für eine offene, gerechte, solidarische Welt eintreten – da wo sie leben, studieren, arbeiten… auf den vielen CSD’s, auf Antifademos jedes Wochenende in einer anderen Stadt, als Helfer in Flüchtlingsheimen oder aktive Politiker in Gremien aller Ebenen. Und dafür ist es wichtig, immer wieder auch zu sehen, dass mensch nicht allein ist – gerade in einer Region wo das leider nicht selbstverständlich ist.

Insofern halte ich es zu 100% mit Felix Brummer, Kraftklub: „Wir sind nicht naiv. Wir wissen, dass wir mit einem Konzert nicht die Welt retten. Aber wir wohnen auch noch in Chemnitz, wenn die Kameras wieder weg sind. Manchmal ist es wichtig, dass man sich nicht allein fühlt.“

Danke Kraftklub, danke Trettmann, danke Feine Sahne Fischfilet, danke K.I.Z., danke Nura, Marteria & Casper, danke „Die Toten Hosen“ und vor allem danke an das Chemnitz wie es sich heute gezeigt hat – zusammen mit vielen Gästen aus der Bunten Republik Deutschland.