Engagement braucht mehr als warme Worte – Rettungsschirm für die Zivilgesellschaft jetzt!

Wenn die Zivilgesellschaft jetzt nicht geschützt wird steht nach der Gesundheitskrise eine ernsthafte Gesellschaftskrise an.
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Im Herbst 2015 waren deutsche Behörden von der Zahl der Flüchtenden aufgrund fehlender Vorbereitung erst einmal komplett überfordert. Nach einer anfänglichen scheinbaren Willkommenseuphorie wurde schnell ein kleine, aber laute Minderheit derer groß, die mit Angstmache Stimmung betrieb und am Ende blieb das unsägliche Gerede vom angeblichen Kontrollverlust etc. im Gedächtnis.

Was bei dem Geschrei schnell in den Hintergrund geriet und medial leider eher selten dargestellt wurde, waren und sind all die vielen tausend Menschen & Organisationen, die von Tag eins an vor allem eines getan haben: Helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Wenig beachtet von der politischen Diskussion – fast schon, als wäre das ein eigenes, paralleles Universum – sind gemeinnützige Strukturen, lokale Initiativen und viele Individuen ohne zu fragen eingesprungen und haben versucht Lücken zu schließen, die bei Behörden sehr schnell sichtbar wurden, Mängel zu kompensieren und aktiv Unterstützung zu leisten.

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Grüne nach der Wahl – Feiern, mit breiter Brust weiterkämpfen und vor allem: Auf dem Teppich bleiben.

Nachdem die Grünen bei der Europawahl bundesweit ein Rekordergebnis eingefahren haben wird natürlich heiß diskutiert, welche Auswirkungen dieses Ergebnis hat. Ich empfehle einen klaren Fokus auf die Inhalte und warne vor Überreaktionen und „dummen Fehlern“ die schnell Enttäuschungen produzieren können.

Was für ein Abend! Grüne knacken bei der Europawahl bundesweit die 20%-Marke und fahren auch sonst top Ergebnisse ein (Bremen, Kommunalwahlen, Abstimmungen). Wahrlich ein guter Grund zu feiern und stolz zu sein auf das Erreichte.

Und es ist nicht nur die Schwäche der anderen! Die richtigen Themen wurden gesetzt, klare Haltung gezeigt & vermittelt und Angebote unterbreitet, die nicht immer nur kritisieren & problematisieren, sondern vor allem auch realistisch aufzeigen, wie es besser geht.

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Mäßigt Euch!

Populistische, faktenfreie Entrüstungsrethorik ist ein echtes Problem für die politische Kultur. Zeit, das mit Links zu überwinden. Positive Beispiel gibt es zur Genüge.

Es ist spannend zu sehen, wie jetzt wieder gerätselt wird. Gerade noch war die Demokratie in Deutschland von Rechts massiv unter Beschuss und plötzlich werden mit Erfolgen von Links echte Achtungszeichen gesetzt. Ich behaupte: Eine positive, optimistische Haltung wird honoriert wo sie konsequent gelebt sichtbar ist. In Berlin hat Rot-Rot-Grün eine stabile Mehrheit und mit Klaus Lederer ist dort ein Bürgermeister unterwegs, der entgegen dem üblichen Linken-Image Spaß an Politik macht und genau damit begeistert. Und die aktuellen Erfolge der Grünen hängen maßgeblich an der klar konstruktiv-positiven Botschaft von Habeck und Baerbock – eindeutig in der Sache, fest in den grünen Kernthemen und gleichzeitig immer offen für den Diskurs und wertschätzend im Umgang mit Wählern wie politischen Konkurrenten. Darauf, finde ich, lässt sich aufbauen – das sind Formen der Kommunikation, die Brücken bauen, gestalten wollen und hoffentlich noch viel mehr Erfolg haben.

Wer heute in modernen, mitarbeiterorientierten Unternehmen Personalverantwortung übernimmt lernt viel darüber, wie wichtig positive Kommunikation ist: Ausbau der Stärken statt permanenter Fokus auf Schwächen; strukturiert-konstruktives Feedback das die Weiterentwicklung unterstützt; klare Ansagen in der Sache, wertschätzender Umgang in der Form. Warum das Ganze? Weil in der Personalführung längst verstanden wurde, dass Menschen motiviert werden wollen und dass sie genau dann ihr Bestes geben, wenn sie Wertschätzung für Ihre Arbeit, für Ihre Qualifikation und ihre Erfahrung erleben. Wer immer nur in Angst vor der nächsten Maßregelung – im schlimmsten Fall auch noch öffentlich – unterwegs ist wird niemals produktiv oder gar kreativ sein sondern „Dienst nach Vorschrift“ leisten oder direkt in die „innere Kündigung“ wechseln. Um ganz klar zu sein: Unternehmen sind vor allem an möglichst produktiven Mitarbeitern interessiert und glückliche Mitarbeiter sind günstiger zu halten als wenn ich Unzufriedenheit mit dem Job durch hohes Gehalt kompensieren muss. Das kann mensch natürlich kritisieren – es funktioniert trotzdem und wird in der Regel von beiden Seiten als Win-Win-Situation betrachtet.

Entsprechend bin ich irritiert, wie konsequent dieses Wissen um die Wirkung positiver Kommunikation in großen Teilen der Politik ignoriert werden.
Dass die Rechte vor allem mit Angstmache, Ausgrenzung und Ablehnung, mit Unterstellungen und Falschmeldungen agiert ist nicht neu und wird wohl immer elementarer Teil ihrer Strategie bleiben – weil ihre Zielgruppe dafür affin ist, ihre Ziele damit so effektiv zu erreichen sind und sie die negativen Folgen für die politische Kultur wissentlich und willentlich in Kauf nehmen, teilweise gar beabsichtigen.
Umso ärgerlicher finde ich es, dass auch auf der Linken eine Sprache prägend ist, die oftmals nur genau eines zum Ziel zu haben scheint: Recht haben und die andere Seite maximal verächtlich machen. Und je linker die eigene Position, desto mehr Menschen gehören ganz offensichtlich zur „anderen Seite“. Zur Rechthaberei habe ich vor gut zwei Jahren schon einmal geschrieben und es stimmt leider weiterhin jeder Satz.
Und der von mir geschätzte Erik Flügge schrieb vor einigen Jahren ein spannendes Buch zur Sprache der Kirche (Der Jargon der Betroffenheit) das genauso gut auch hätte von der politischen Linken handeln können.

Diese Art der linken politische Kommunikation ist – so wirkt es mit wenigen Ausnahmen – immer problemorientiert, verbissen und rechthaberisch (manche nennen es dogmatisch) und vor allem destruktiv: Anti, anti, anti… Das Problem daran? Wer so kommuniziert hat nie eine Chance, im Rahmen demokratischer Mechanismen echte Erfolge zu feiern. Jeder erreichte Fortschritt ist immer zu wenig. Jeder noch so kleine Kompromiss, der in die richtige Richtung weißt, ist keine 100%ge Erfüllung des Versprochenen. Jeder Erfolg für die eigene Sache wird sofort relativiert – Ja, aber… Jedes Zugeständnis an aktuelle politische Partner ist sofort ein Verrat an der Sache.
Live zu beobachten bei den Linken, bei Teilen der Grünen und auch bei Teilen der SPD sobald an der Regierung beteiligt. Nicht zu beobachten bei den ganz linkslinken Sekten – weil sie nie in der Gelegenheit kommen (werden) politisch relevant zu sein und frei von jeder Gefahr der Verantwortung einfach immer gegen alles sein können. Und genau da liegt die Krux: Wer so agiert kann, will und wird nicht gestalten – mit Rechthaben ist in einer Demokratie kein Staat zu machen, das geht nur in absolutistischen Regierungsformen. Was viel zu oft fehlt? Die positive Geschichte, die konstruktiven Gestaltungsvorschläge, echte Alternativangebote, für die zu kämpfen Spaß machen würde.

Beispiele? Einführung Mindestlohn – hat die politische Linke zusammen mit Gewerkschaften lang für gekämpft – Erfolg: Ja, aber… 8,50€ sind zu wenig. Atomausstieg – hat die Umweltbewegung lang für gekämpft – Erfolg: Ja, aber… viel zu langsam. 240.000 Tausend Menschen demonstrieren in Berlin für eine solidarische, inklusive, bunte, weltoffene Gesellschaft – Großartig! Ja, aber… da waren auch welche dabei, die haben mal  die israelische Regierung kritisiert. Immer mehr Menschen achten im Privaten auf nachhaltigen, fairen Konsum – Hervorragend! Ja, aber… das können sich nicht alle leisten und das Kohlekraftwerk läuft ja immer noch weiter.

Wer glaubt, mit dem Kopieren rechter Kommunikationsstrategien progressive Politik machen zu können ist auf dem falschen Weg. Können wir es uns wirklich leisten, in Zeiten wie diesen immer noch vor allem im eigenen politischen Lager hart um maximale Abgrenzung zu kämpfen statt die Gemeinsamkeiten zu suchen und zu nutzen? Ich denke, #Unteilbar war diesbezüglich Botschaft und Auftrag gleichermaßen: Kommt zusammen, überwindet die Unterschiede und arbeitet an dem, auf das Ihr Euch einigen könnt!

 

 

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Euer Jammern nervt – DSGVO richtig umsetzen!

Euer Jammern nervt – #DSGVO richtig umsetzen! Zeit für informationelle Selbstbestimmung und gutes Kundenmanagement

Eine politische Bewertung der aktuellen Diskussion zur “Einführung“ der DSGVO

Da ist es passiert: Nach kontinuierlichem Nölen der üblichen Verdächtigen aus Wirtschaft und Politik ließ Kanzlerin Merkel Anfang Merkel in fast schon ungewohnter Direktheit durchblicken, „Änderungen an der DSGVO seien noch möglich“. Das, nachdem der endgültige Entwurf Mitte Dezember 2015 zwischen Europäischen Parlament, Kommission und Rat (also den Mitgliedstaaten) verhandelt und verabschiedet wurde und am 24. Mai 2016 offiziell in Kraft trat. Seitdem galt eine zweijährige Übergangsfrist bis nun, ab dem 25. Mai 2018 alle Regelungen uneingeschränkt anzuwenden sind.

Wenn ich jetzt – kurz bevor es endlich ernst wird – höre, es hätte nicht genug Zeit gegeben, sich vorzubereiten und schlimmer noch: vieles sei noch unklar, bin ich mehr als irritiert. Worauf, liebe Unternehmer habt Ihr seit Anfang 2016 gewartet? Dass sich doch noch was ändert oder gar das Gesamtwerk auf magische Weise verschwindet? Weiterlesen „Euer Jammern nervt – DSGVO richtig umsetzen!“

Eure Rechthaberei kotzt mich an!

Vor einem Jahr geschrieben. Heute mindestens genauso wahr. Leider. #Throwback #Sunday

Tomatenfisch gibt seine Gedanken zum Besten.

Ein Plädoyer für mehr Gelassenheit und eine neue Sachlichkeit im Miteinander

Schon während meines Studiums der Politikwissenschaften führten wir in Seminaren gern und immer wieder teils hitzige Diskussionen darüber, wie es immer schwerer scheint, mit sachorientierter Politik erfolgreich zu sein – wie die Vereinfacher und Personalisierer überhand gewinnen und in Zukunft Wahlen eher Schönheitswettbewerbe als Abstimmungen über Ideen und politische Inhalte sind. Seit meinem Abschluss ist viel Zeit vergangen, die Welt hat sich weitergedreht und mensch könnte den Eindruck gewinnen, damalige Vorhersagen sind nicht nur ein- sondern werden jeden Tag neu übertroffen.

Tea Party, Pegida, rechtspopulistische bis –nationalistische Parteien aber eben auch Attac & Occupy; Trump, Gauland, Palmer oder Wagenknecht – die Liste derer, die mit einfachen Wahrheiten scheinbar erfolgreich punkten wird gefühlt jeden Tag länger und ist bei weitem kein Alleinstellungsmerkmal der Rechten. Was sie alle eint ist der feste Glaube, als Einzige genau zu wissen, was die Wahrheit…

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