Links, weltoffen, modern, sucht…

Die Parteien laufen sich warm für die Bundestagswahl am 24.9.2017 und mittlerweile ist die Kandidat*innen-Frage bei allen mehr oder weniger abschließend geklärt. Zeit also, sich ein eigenes Bild zu machen! Ich lade Euch ein, mich auf meiner eigenen Suche nach der richtigen Wahlentscheidung zu begleiten und freue mich auf einen regen Austausch.

Für mich ist noch lange nicht klar, wo ich mein Kreuz dieses Jahr machen werde – genau genommen war es noch nie in meinem bewusst-politischen Leben so offen wie aktuell. Deshalb begebe ich mich auf die Reise und Ihr dürft mitlesen, gern auch mit mir diskutieren, Feedback, Input und andere konstruktive Hinweise geben.

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Wem nutzt es?

Wer meint, in irgendeiner Weise solch einen Vorfall verwenden zu können um eigene Interessen voranzutreiben muss sich vorwerfen lassen, in ekelhafter Weise vom Leid der betroffenen Menschen zu profitieren und damit direkt oder indirekt mitschuldig an deren Tod zu sein. IS und AfD verfolgen die gleichen Ziele, sind Brüder im Geiste – und stecken damit für mich unter einer Decke.

Es kotzt mich an, wie nach einem Vorfall wie am Berliner Breitscheidplatz am Montag wildeste Spekulationen losgehen und von Medien und Politik dankbar aufgegriffen und verstärkt werden. Statt einfach mal die Polizei ihren Job machen zu lassen, wird von tausenden Amateuren jedes reale oder scheinbare Detail auseinander genommen und in zum Teil schon absurder Weise zu Beweisketten zusammengebaut. Und liebe Medien, das wird durch „Wir wollen nicht spekulieren, aber… “ Sätze nicht besser – Im Gegenteil!

Ich habe mir mal kurz die Zeit genommen, selbst wild zu spekulieren, wer oder was am Ende hinter dem Vorfall stehen könnte – einfach um zu zeigen wie irre das eigentlich ist und gleichzeitig geleitet von einer Fragestellung die ich in Fällen der eigenen Unsicherheit gern anwende, um auf rationale Weise Fakten und Vorurteile voneinander zu trennen: Wem nutzt es? Weiterlesen „Wem nutzt es?“

In Trauer

Ich bin traurig. Betroffen. Bewegt. Und trotzt alledem: #FreiheitStattAngst #Breitscheidplatz

Ich bin traurig. Betroffen. Bewegt.

Ich bin froh, dass kein Freund oder Verwandter betroffen ist. Und es mindert die Trauer um die Opfer nicht.

Wir haben immer gewusst, das kann passieren. Die Sicherheitsbehörden sahen es als wahrscheinliches Szenario an. Und es mindert die Betroffenheit nicht.

Ich weiß, jeden Tag sterben überall in der Welt viele Menschen – in Kriegen, an Hunger, durch Verbrechen, an Krankheiten oder einfach „nur“ in Unfällen. Es macht den Wahnsinn eines Anschlags nicht kleiner, weniger bedeutsam. Ja, Leid und sinnlose Opfer gibt es jeden Tag, überall in der Welt. Jeder wache Geist kann nur weitermachen im Streiten für eine bessere, friedlichere Welt. Ohne Hass und Pauschalvorverurteilung.

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Es gibt keine gerechten Kriege. Und Frieden fällt nicht einfach vom Himmel.

Es gibt nicht nur „wahre Friedensfreunde“ und „Kriegstreiber“ ,„Weltfremde Naivlinge“ und „pragmatische Friedensschützer“. Ein ja zur europäischen Armee aus Friedens-Perspektive.

Seit ich denken kann stellte sich immer wieder die Frage „Wie hält es die Linke mit dem Frieden?“. Und immer gewann mensch sehr schnell den Eindruck, es gab da nur „wahre Friedensfreunde“ und „Kriegstreiber“ in den Augen der Einen und „Weltfremde Naivlinge“ und „pragmatische Friedensschützer“ in den Augen der Anderen. Bis heute finde ich mich auf keiner dieser Seiten wirklich wohl denn sie alle denken in Schubladen und Kategorien, die der Herausforderung meiner Meinung nach nicht gerecht werden. Weiterlesen „Es gibt keine gerechten Kriege. Und Frieden fällt nicht einfach vom Himmel.“

Schluss mit dem globalen Biedermeier!

Demokratie ist kein iPhone. Der aktuelle Biedermeier hat sich globalisiert. Ich wünsche mir mehr globale Demokrat*innen – Menschen, die in Anbetracht der hohen Komplexität und der großen Ungerechtigkeit in unserer Welt nicht zurückweichen sondern anpacken.

Eine Frage begegnet mir in meinem Alltag auf die eine oder andere Weise immer wieder, „Warum engagierst du dich politisch?“ . Manchmal ist sie genuin. Mein Gegenüber möchte erfahren, wofür ich mich politisch einsätze.

Aber in den meisten Fällen hat sie einen anderen Charakter. Es geht darum zu verstehen, wieso man sich überhaupt politisch engagiert. In dieser Form finde ich diese Frage mit jedem Mal beunruhigender.

Was sagt es über den Zustand unserer Demokratie aus, wenn sich bereits in meinem kleinen Mikrokosmos derart viele Menschen fragen, wieso irgendwer sich politisch engagieren sollte?

Demokratie ist kein iPhone

Ich beobachte mit großer Sorge, dass eine Konsument*innenhaltung in unserer Demokratie hegemonial wird.

Nichtregierungsorganisationen bewirken nichts. In der Politik sind alle um sich selbst zu bereichern. Die Parteien haben alle keine Ahnung. Unsere aktuellen politischen Strukturen sind nicht dazu in der Lage eine globalisierte Welt zu gestalten. Ich warte ab bis Demokratie 2.0 rauskommt.

Unsere Demokratie ist aber kein iPhone. Es ist unser Recht aber auch unsere Verantwortung als Demokrat*innen selbst an unseren politischen System zu arbeiten, sodass es besser wird.

Für mehr globale Demokrat*innen!

Die ursprünglichen Biedermeier zogen sich nach dem Wiener Kongress 1815 in das Private zurück. Resignierend gegenüber der eigenen gefühlten politischen Machtlosigkeit wurde das Glück in den eigenen vier Wänden in Form von Kunst und einem größtmöglich vergnüglichem Leben gesucht.

Der aktuelle Biedermeier hat sich globalisiert. Er macht in jede Ecke dieser Welt Urlaub, aber die politische Lage vor Ort wird erst relevant, wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung heraus gibt. Es werden Produkte aus der ganzen Welt konsumiert und das eigene Gewissen damit beruhigt, dass die internationalen Lieferketten einfach zu komplex sind, um sie nachzuvollziehen.

Für mehr globale Demokrat*innen!

Auf dieser Attitüde aufbauend lassen sich aber die großen Herausforderungen unserer Zeit in der Tat nicht angehen.

Ich wünsche mir mehr globale Demokrat*innen – Menschen, die in Anbetracht der hohen Komplexität und der großen Ungerechtigkeit in unserer Welt nicht zurückweichen sondern anpacken. Lasst uns daran arbeiten, wie die die Vereinten Nationen zukünftig noch demokratischer werden können. Lass uns globale Unternehmen gründen, die neben großartigen Produkten gleichzeitig mehr Gerechtigkeit in unsere globale Wirtschaft bringen. Lasst uns die neuen Technologien so gestalten, dass immer mehr Menschen sich einbringen können.

Deswegen engagiere ich mich politisch. Die Frage sollte lauten, „Warum engagierst du dich noch nicht?„.