Gedanken zur Bayernwahl

Viele positive Nachrichten. Und noch mehr Herausforderungen.

  • Erste positive Nachricht: Die Wahlbeteiligung ist deutlich höher als zuletzt. Es zeigt sich, wenn es um Inhalte geht und klare Positionen zu erkennen sind machen die Bürger auch mit.
  • Zweite positive Nachricht: Die CSU hat ihre Alleinherrscherrolle verloren – hoffentlich auf Dauer. Weder absurde Last-minute Aktionen (Grenzpolizei, Raumfahrtprogramm, Geldverteilen) nicht honoriert noch das permanente Rechtsblinken wurden honoriert. Ein gutes Zeichen!
  • Dritte gute Nachricht: Die Sonderrolle Bayerns ist hoffentlich ein für alle Mal vorbei. Zeit, dass auch dort gesellschaftliche Entwicklungen endlich abgebildet werden: Klimawandel, gesellschaftlicher Zusammenhalt, individuelle Freiheit & Rechte und Herausforderungen der Modernisierung.
  • Die Grünen haben einen positiven, konstruktiven, ehrlichen und sachorientierten Wahlkampf geführt und sich als erkennbare Alternative zu Populisten verschiedener Coleur angeboten. Dafür sind sie zurecht belohnt worden.
  • Damit einher kommt jetzt die Möglichkeit, auch Verantwortung für echte Veränderungen zu übernehmen. Das erscheint aktuell unwahrscheinlich, wäre mit Sicherheit schwierig und würde schnell auch wehtun, wenn natürlich Kompromisse gemacht werden müssen. Für Bayern, Deutschland, Europa und darüber hinaus wär es eindeutig besser als alles was sonst so kommen kann.
  • Wenn es nicht klappt auch gut. Dann bitte nicht die üblichen Rituale, derer die Bürger so überdrüssig sind, sondern mit der gleichen Energie wie im Wahlkampf genauso verantwortungsvoll, konstruktiv und in der notwendigen schärfe Opposition betreiben.
  • Häme für SPD mag opportun erscheinen, für das demokratische Gefüge ist diese grundsätzlich problematisch. #unteilbar ist auch ein Auftrag: Gemeinsam für progressive Mehrheiten & notwendigen Wandel kämpfen – dafür braucht es Partner und Brücken, keine gegenseitigen Beschimpfungen.
  • Mit viel Sympathie habe ich die Wahlkämpfe von mut & Linkspartei beobachtet – insbesondere der vielen jungen, positiv-aktiven Menschen. Dass es für beide deutlich nicht gereicht hat liegt nur teilweise an der 5%-Hürde, sondern vielmehr daran, dass ihnen offensichtlich nicht von genug Menschen reale Gestaltungsoptionen zugesprochen werden. Die fortschreitende Teilung des progressiven Lagers muss thematisiert und überwunden werden, wenn gesellschaftliche Mehrheiten endlich auch wieder in realen politischen Optionen darstellbar sein sollen – auch das ein klarer Auftrag von #unteilbar.
  • Die Rechten treten auf der Stelle. Jede Stimme ist eine zu viel. Zumindest zeigt sich, dass das Potential zunehmend ausgeschöpft ist und die Republikaner lagen in den 80ern auch schon in dem Bereich. Wird also Zeit, dass hier endlich der Nimbus des „Neuen“ und „Unerhörten“ entfällt und Partei wie Wähler nicht in der Berichterstattung ständig viel größer gemacht werden als sie eigentlich sind.
  • Konservative und Rechte rufen wieder „Merkel raus“. Ich habe sehr viel Kritik an der Politik der Bundeskanzlerin. Diese irrationale Verbissenheit in Verbindung einer falschen Schuldzuschreibung ist einfach nur unvernünftig und schädlich für Land und Demokratie. Aufzuhalten ist es aber wohl nicht mehr. Mein tip: Hessen darf sie wohl nochmal verlieren und dann wird wohl Schluss sein. Und dann werden die Karten wieder neu gemischt.

Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte

Wer Geschichte ignoriert und nicht aus ihr lernt ist immer wieder zu den gleichen Fehlern verdammt. Keine neue Weisheit und doch heute um so relevanter.
#NieWieder #VonGeschichteLernen #911 #September11

Der 11. September ist einer dieser Tage im Jahr, in dem Weltgeschichte (hoffentlich) immer präsent sein wird und zeigt, wie scheinbar lokale Ereignisse das Geschehen aller beeinflussen. Putsch in Chile 1973 und Beseitigung einer frei gewählten sozialistischen Regierung durch Faschisten mit Unterstützung der CIA. Terroranschläge auf World Trade Center & Pentagon 2001 durch radikale Islamisten. Für eine komplette Liste aller Ereignisse einfach Wikipedia fragen!

Ein guter Tag – Danke #Chemnitz

Wer die Diskussionen um das Konzert in #Chemnitz verfolgt weiss genau, weshalb es genau richtig ist. #WirSindMehr #AlertaAntifascista

Der rechte Mob tobt auch heute. Nicht in Chemnitz – hier dürfen sie nicht auf die Straße – und müssten sich wohl auch der Übermacht der von ihnen so verhassten Gutmenschen geschlagen geben. Aber im Internet, da sind sie aktiv wie selten – hetzten gegen ein Konzert als gäbe es kein Morgen mehr. Habt Ihr wirklich Angst vor ein paar linksgrünversifften Musikern? Schön!

Wer die Kommentare der Trolle bei so ziemlich allen berichtenden Medien liest, weiss vor allem Eines: #WirSindMehr war mehr als überfällig. Es tut ihnen weh, so massiv Gegenwind zu bekommen und das ist auch gut so. Und das sich CDU und FDP nicht zu doof sind, in den Chor von „Blöd“-Zeitung und Co. einzustimmen ist traurig und doch wenig überraschend – Haken dran.

Etwas irritierender dann schon, dass es auch von „linker Seite“ rumgemosert wird. Kommerz, Feelgood, „naive Auswärtige“ die danach wieder verschwinden – auch in Teilen der Linken gibt es weiterhin scheinbar den Glauben, mensch muss sich erst einmal dafür qualifizieren, ein „echter Antifa“ zu sein.

Künstlern wie Kraftklub oder Trettmann, die selbst aus Karl-Chemnitz-Stadt kommen, zu unterstellen, sie wüssten nicht, was vor Ort vorgeht ist einfach nur absurd. Alle auftretenden Künstler beziehen seit vielen Jahren aktiv und unmissverständlich Position gegen die braune Pest – und mussten sich dafür schon viel zu oft selbst anfeinden lassen.

Es tut gut, zu sehen, wie so viele Menschen mit guter Laune positive Botschaften zum besten geben, das Leben und die Vielfalt feiern – und sich genau damit gegenseitig bestärken. Wer allen Ernstes „Partytourismus“ unterstellt, verkennt absichtlich, dass die allermeisten der Teilnehmer sehr bewusst angereist sind – dass diese Menschen jeden Tag aktiv für eine offene, gerechte, solidarische Welt eintreten – da wo sie leben, studieren, arbeiten… auf den vielen CSD’s, auf Antifademos jedes Wochenende in einer anderen Stadt, als Helfer in Flüchtlingsheimen oder aktive Politiker in Gremien aller Ebenen. Und dafür ist es wichtig, immer wieder auch zu sehen, dass mensch nicht allein ist – gerade in einer Region wo das leider nicht selbstverständlich ist.

Insofern halte ich es zu 100% mit Felix Brummer, Kraftklub: „Wir sind nicht naiv. Wir wissen, dass wir mit einem Konzert nicht die Welt retten. Aber wir wohnen auch noch in Chemnitz, wenn die Kameras wieder weg sind. Manchmal ist es wichtig, dass man sich nicht allein fühlt.“

Danke Kraftklub, danke Trettmann, danke Feine Sahne Fischfilet, danke K.I.Z., danke Nura, Marteria & Casper, danke „Die Toten Hosen“ und vor allem danke an das Chemnitz wie es sich heute gezeigt hat – zusammen mit vielen Gästen aus der Bunten Republik Deutschland.

And the same shit all over again?

der unterschied zum letzten mal? es gab noch kein social media. heute sitzen wir zu hause und schauen live dabei zu, wie das land einmal mehr vor die hunde geht. #Chemnitz #c2708

der rechte mob tobt wieder in #Kaltland