Frisco, New York, Paris, Berlin – Und alles, um endlich mit dem A380 zu fliegen…

Reisen bildet ja angeblich aber der Weg an sich ist oft sehr beschwerlich.  Vor allem wenn mensch heutzutage versucht, nach, in oder von den USA zu fliegen. Mit all diesen Sicherheitskontrollen vor und – vorschriften waehrend dem Flug macht es nur noch bedingt Spass.

Der Zufall wollte es jedoch, dass ich auf dem Rueckweg meiner letzten Dienstreise nach Kalifornien endlich einmal den A380 erleben durfte. Hiess laenger in San Fransisco bleiben (not too bad), sehr frueh am Flughafen sein (6Uhr ist sonst ne gute Zeit, Schlafen zu gehen) und insgesamt 2 mal umsteigen. Soweit so gut, auf diesen Plan hatte ich mich eingelassen und der Firma damit sogar noch nen paar Euro Reisekosten gespart.

Fuers reale Leben war dieser Plan natuerlich noch immer viel zu einfach, also bauten wir mal kurz ein paar weitere Huerden ein damit die Reise auch wirklich zu einem Abenteuer wird.

Flug von San Francisco nach New York verlief noch relativ normal. Mit Delta fliegen heisst in der Regel, Service ist nicht zu erwarten und dafuer war es dann doch ueberaschend gut. Nur verstehe ich Airlines immer besser, die „Uebergewichtige“ (Manche sagen auch einfach Fett dazu!) dazu bringen wollen, fuer zwei Tickets zu zahlen. Wer da mit Diskriminierung, Ausgrenzung und dem ganzen Kram kommt soll sich einmal in den Mittelplatz einer Dreierreihe zwischen zwei Herren mit „starkem Knochenbau“ setzen und das 6 Stunden durchhalten!

Das Coole war in jedem Fall, dass ich erstmals live testen konnte, wie WLAN mittlerweile auch bei 10km Flughoehe funktioniert und mensch echt nen ganzen Flug Online sein kann, jedenfalls wenn das Akku nicht auf halber Strecke schlapp machen wuerde… Konnte live berichten wie Detroit von oben aussieht,  mit der besten Freundin chatten und updates erhalten was in der Welt so passiert. GoGo sei gedankt!

Dem entsprechend wusste ich in New York angekommen bereits, dass der Flug nach Paris spaeter startet und dass es in Europa wohl nen heftigen Sturm gegeben haben musste. Was ich noch nicht wusste war, dass offensichtlich alle anderen Paris-Fluege komplett gestrichen waren, also schon  ne Menge Reisende in JFK festsassen. Hatte schon fast mehr gehofft als gefuerchtet, dass ich nen Tag in NYC bleiben muss (obwohl das wohl eindeutig ein DARF gewesen waere) aber dazu kam es dann doch nicht.

Waehrend ich mich also brav an den AirFrance- Schalter anstellte um herauszufinden was mit meinem Anschluss in Paris ist hatte ich viel Zeit Personal und Fluggaeste in Stresssituation zu beobachten. Bessere Sozialstudien kann es gar nicht geben. Frage mich noch immer, warum insbesondere Franzosen und Italiener denken, wenn sie laut gestikulierend und mit Papier wedelnd die nette Dame am Schalter bedrohen kann diese ploetzlich nen Flieger hervorzaubern der halt leider noch immer in Paris festsitzt. Aber vielleicht hab ich’s auch einfach falsch verstanden und sie unterhielten sich ueber die letzte Gartenparty…

Endlich selber dran ging alles ganz schnell und unkompliziert. Anschluss waere laengst in Berlin bevor wir ueberhaupt in Paris sind, also wurde umgebucht. Nun war in Paris offensichtlich wirklich Chaos und was auch immer flog war komplett ausgebucht. Mir wurde ein Anschluss abends um 8 irgendwas angeboten, was weitere ca. 7 bis 8 Stunden Wartezeit bedeutet haette – jedenfalls zu der Zeit der Diskussion. War ich nicht so richtig gluecklich mit und bestand darauf, fuer  einen frueheren Flug zumindest auf die Warteliste gesetzt zu werden.

Nach den ueblichen (laestigen und voellig ueberfluessigen weil nur Sicherheit vortaeuschenden) Kontrollen am Gate angekommen wurde ueberraschend schon mein Name ausgerufen und ich hatte ploetzlich ein Ticket fuer nen Anschluss in der Hand der mir in Paris etwas mehr als 1,5 Stunden gelassen haette, also grade gut um normal durch die ganzen Checks zu kommen und vielleicht noch nen Tee zu trinken.

6 Stunden Warten in JFK spaeter kannte ich mittlerweile alle Shops und Restaurants die Terminal1 zu bieten hat und war sehr froh, dass es endlich in den Flieger ging. Und entgegen meiner Befuerchtung war der Flug wirklich nur verschoben, nicht etwa auch ein anderes Flugzeug eingesetzt. Mittlerweile war die geplante Ankunftszeit aber nur noch knapp ueber 1Stunde vor Anschlussflug.

Zum A380 nur soviel: Er ist so gross und so schick wie er immer beschrieben wird. Mensch hat deutlich mehr Platz – selbst in der Economy. Dummerweise hat mensch auf nem Fensterplatz jetzt sogar so viel Raum dass ein Anlehnen ans Fenster nicht mehr funktioniert. Ansonsten ist der Flieger superleise und mensch vermisst fast schon die sonst ueblichen Luftloecher und anderen bumps. Wegen mir koennten die Airlines ihre gesamten Flotten auf den A380 umstellen. Zu dumm nur, dass Airbus nicht mal in der Lage ist, die paar aktuellen Bestellungen in time auszuliefern.

Nach einem geruhsamen und relativ ereignislosen Flug steuerten wir also auf Paris zu und mittlerweile war klar, dass das mit dem Anschlussflug knapp wird. Gute 45 Minuten, da muss mensch in Charles deGaulle schon etwas zuegiger laufen… Wenn dann aber nochmal 20 mins draufgehen bis der Flieger endlich das Gate erreicht hat und weitere 5mins bis mensch im Terminal ist bleiben noch ziemlich genau 20 Minuten was in CDG mormalerweise allein schon bei der Passkontrolle draufgeht.

Hab es trotzdem versucht und sollte den daraus resultierenden Lauf eigentlich bei jogmap.de eintragen: In einem Run vom hintersten Ende von Terminal2E, vorbei an komisch guckenden Passagieren, Ticket und Passport wedelnd auf die Einreise zu – die mich irritierenderweise einfach durchwinkte. Weiter durch den gesamten Terminal2E, vorbei an 2F und der TGV Station und immer schoen Leute von hinten gewarnt bevor sie zur Seite geschubst wurden. Ueber Koffer gesprungen wie mensch es aus besten Actionilm-Szenen kennt, im Bremsen an der Gatekontrolle vorbei (die mich auch nicht angehalten haben), Laptop aus der Tasche gerissen und aufs Band geworfen, Taschen& Schuhe hinterher, durch den Scanner durch, alles wieder eingesammelt (persoenlich Rekordzeit steht hiermit bei knapp 30 Sekunden), verwundert dreinschauende Security hinter mich gelassen ging es im wahrsten Sinne des Wortes in der Sekunde durchs Gate als selbiges geschlossen wurde.

Erst als ich auf meinem Platz sass fing ich ploetzlich an zu schwitzen und meine Nachbarn taten mir doch etwas leid. Musste nur warten bis wir in der Luft waren um mich wenigstens ein wenig frisch zu machen und umzuziehen.

Nach all dieser Aufregung hatte ich schon gar keine Hoffnung mehr, dass mein Koffer genauso schnell sein wuerde und wurde damit auch nicht enttaeuscht. In Berlin angekommen waren nach Ende der Gepaeckausgabe noch so einige Passagiere uebrig, inklusive mir natuerlich.

Also zum Lost&Found Schalter und Vermisstenmeldung aufgegeben. Wurde schnell klar, dass mit den ganzen Flugstreichungen mittlerweile offensichtlich auch voellig egal war, in welchem Flieger das Gepaeck mitgeschickt wurde, Hauptsache alles ging irgenwann mal in die richtige Richtung. Sitze entsprechend grad in gelassener Erwartung zu Hause und freue mich, dass ich den doch etwas schweren Koffer nicht selbst die Treppen hochschleppen muss sondern das jetzt jemand anderes uebernimmt. 🙂

Alles in allem eine sehr spannende Reise fuer die Andere teures Geld zahlen und es AbenteuerUrlaub nennen.

Wer das A380-Erlebnis die Umstaende (geplante wie ungeplante) wert? Definitiv ja! Werde wohl nicht nochmal extra nen Umweg in Kauf nehmen aber wann auch immer sich ein naechster Flug mit dem Supervogel anbietet ist das eindeutig ein Entscheidungskriterium.
Und entgegen all des ueblichen Gemeckers ueber AirFrance kann ich mich nicht beschweren. Im Vergleich zu den meisten anderen Airlines die ich bisher testen durfte war das Personal immer super zuvorkommend und loesungsorientiert. Da hab ich schon ganz anderes erlebt.
Wenn die Stewards& Stewardessen nur endlich mal ueber ihren franzoesischen Schatten springen und nicht immer versuchen wuerden, einen zum Sprechen Ihrer Sprache zu zwingen. No, I do not speak french and in case you haven’t recognized, it’s not the one global language anymore – if it ever was, actually!